„Elmshorn ist Bildungsstadt“

Kita- und Schulausbau bei Abgeordnetengespräch mit Bürgermeister Hatje im Fokus

„Die Versorgung und der bauliche Zustand unserer Schulen sind gut, und wir arbeiten noch immer weiter an Verbesserungen.“ Das konnte jetzt ein stolzer Elmshorner Bürgermeister beim Jahresgespräch mit SPD-Abgeordneten aus Bund, Land und Stadt berichten. Beim digitalen Meinungsaustausch  mit den beiden SPD-Ortsvorsitzenden Beate Raudies – auch Landtagsabgeordnete für die Stadt und ihr Umland – und Detlef Witthinrich-Kohlschmitt, dem Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann und  SPD-Ortsfraktionschef Arne Klaus lobte Verwaltungschef Volker Hatje die parteiübergreifende Zusammenarbeit in Bildungsfragen. „Elmshorn ist Bildungsstadt und kann sich mit seinen Investitionen in diesem Bereich sehen lassen.“

Besonders zeigt sich die vorausschauende Planung derzeit im Bereich der Schuldigitalisierung. „Wir haben frühzeitig auf einen Medienentwicklungsplan für die Schulen der Stadt gesetzt“, berichtete Fraktionsvorsitzender Arne Klaus. „Bis auf die Grundschulen, für die wir noch in diesem Jahr soweit sein werden, haben alle Schulen eine leistungsfähige Glasfaserversorgung. Und unsere Schuladministratoren leisten bereits gute Arbeit. Drei von fünf Stellen sind dabei schon besetzt.“ Die jetzt vom Bund zusätzlich kommenden Fördergelder für die Administratoren seien dabei ebenso eine gute Hilfe wie die Gelder für Schüler-Endgeräte, mit denen zusätzlich zu den 404 aus Elmshorner Medienentwicklungsplan-Mitteln finanzierten weitere 596 Geräte angeschafft werden konnten.

Für Hatje könnten indessen die Fördermittel von Bundes- und Landesseite für die Schulen durchaus noch höher sein. „Für den Anbau der Friedrich-Ebert-Schule geben wir 6,6 Millionen Euro aus. Da ist nur eine halbe Million an Fördergeldern dabei.“ Er wünscht sich auch eine dauerhafte Finanzierung der Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich, die ab 2025 stufenweise aufgebaut werden muss. „Der Bund hilft den Kommunen zwar mit einem wirklich beachtlichen Paket, die Betreuung aufzubauen. Danach muss es aber weitergehen“, fordert Hatje. Beate Raudies als Landtagsabgeordnete wies in diesem Zusammenhang auf den schmerzlichen Verlust der Schulbauförderung hin. Sie will gemeinsam  mit Rossmann darauf hinwirken, dass es von Land und Bund  weiter gezielte Förderprogramme gibt. „Die SPD hatte schon im Koalitionsvertrag durchgesetzt, dass der Bund die Länder beim Ganztagsausbau mit zwei Milliarden Euro fördert. Im Zuge des Konjunkturpakets konnten wir darüber hinaus erreichen, dass der Ausbau der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote mit weiteren Bundesmitteln in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro gefördert wird. Und wir bleiben selbstverständlich an der Seite der Kommunen, wenn es um die weitere Finanzierung geht“, machten die Politiker deutlich.

Dass der Bund auch noch an anderen Stellen hilft, wollte Rossmann ebenfalls nicht unerwähnt lassen. „Für uns als SPD ist die Bildungsgerechtigkeit immer ein wichtiges Thema. Da freue ich mich sehr, dass nach den 500 Millionen Euro, die wir im Bund 2020 mit Blick auf Corona für Endgeräte für Schulkinder aus Familien mit wenig Geld zur Verfügung gestellt hatten, jetzt von Bundessozialminister Hubertus Heil ganz aktuell die Klarstellung ergangen ist, dass die Jobcenter digitale Endgeräte für Schülerinnen und Schüler finanzieren können.“ Ein wichtiger Schritt, da die Hilfen im vergangenen Jahr nicht überall angekommen sind. „Und noch ein Förderbaustein freut mich auch als Elmshorner besonders: Die Astrid-Lindgren Schule wird über das Bundesprogramm ‚Schule macht stark‘ dabei unterstützt, die Bildungschancen ihrer Schülerinnen und Schüler zu verbessern“ berichtet Rossmann.

Auch im Kita-Bereich tut sich in Elmshorn unterdessen einiges. „Wir brauchen noch fünf weitere Kitas“, machte Bürgermeister Hatje deutlich. Das sei nicht einfach, da die notwendigen Bauten nicht bei allen Anwohnern gerne gesehen seien. „Dabei haben wir bisher an keinem Standort wesentliche zusätzliche Belastung durch Lärm oder Verkehr im Quartier feststellen können. Und wir erwarten das auch am gemeinsamen Standort mit Raa-Besenbek und anderswo nicht.“ Er werbe deshalb offensiv für Gelassenheit und Verständnis bei den neuen Nachbarn der Einrichtungen.