Radweg an der L 100: holprig, rutschig und gefährlich

Laut Landesregierung sind die Radwege im Kreis Pinneberg überwiegend in einem guten Zustand. Das ergibt sich aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies an Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Leider ist dies nicht richtig, wie Beate Raudies nun bei einem besonders erschreckenden Ortstermin feststellen musste.

So wurde die Politikerin von der Elmshorner Seniorin Martha Petersen auf den Radweg entlang der L100 zwischen Elmshorn und Horst aufmerksam gemacht. Martha Petersen ist nicht mehr so gut zu Fuß und auf einen E-Scooter angewiesen. Sie möchte gerne mobil bleiben und in die Elmshorner Innenstadt damit fahren für Einkäufe, Treffen mit Freunden und Familie und Arztbesuchen. Dazu würde sie gerne den Radweg an der L100 nutzen. „Das ist nicht möglich. Der Weg ist so schadhaft, dass die Seniorin sogar schon gestürzt war. Dort gibt es hohe Bodenwellen, die Bankette ist teilweise abgebrochen, und es finden sich Löcher im Asphalt“, so Raudies. Auf ihre Recherche hin hat Beate Raudies erfahren, dass auch viele Schulkinder und Radler, die zu ihrer Arbeitsstelle nach Elmshorn und retour fahren, diese Strecke nutzen. Sie ist auch beliebt bei Freizeitradlern. „Weiterhin habe ich erfahren, dass der Radweg nicht gekehrt und im Winter nicht geräumt wird.“ Ein Schild weist seit langer Zeit auf die schadhafte Strecke hin. „Das ist aber auch alles. Ich finde, der Weg ist so marode, dass hier Gefahr für Leib und Leben besteht. Hier muss schnell gehandelt werden“, sagt die Landtagsabgeordnete.

Das hat sie auch schon in einem Brief an Verkehrsminister Bernd Buchholz gefordert. „Ich möchte unter anderem erfahren, ob der Weg überhaupt schon einmal begutachtet wurde und wann sich hier endlich etwas tut“, sagt sie.

Gleiche Beschwerden erreichen sie aus Tornesch und Prisdorf.
Hintergrund: Die Verkehrsbehörde des Kreises Pinneberg hat an der fünf Kilometer langen Strecke zwischen Peiner Hag und der Kreuzung mit der Landesstraße 110 die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben aufgrund des schlechten Zustands. Schleswig-Holstein-weit ist es die erste Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht an einer Landesstraße.

„Also, das alles hat mit „gutem Zustand“ der Radwege bei uns hier im Kreis nichts zu tun. Das ist Schlamperei. Wie ernst nimmt der Verkehrsminister die Verkehrswende? Das kann er ja jetzt beweisen, indem diese Radwege schnell und nachhaltig saniert werden. Über die hoffentlich schnelle Antwort werde ich Sie informieren“, betont die SPD-Abgeordnete.