KünstlerInnen und Kulturbetriebe sind systemrelevant

Was macht Corona mit den Menschen im Kreis Pinneberg, wie gehen sie damit um, wie hat sich ihr Leben verändert – die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies hat sich auf den Weg gemacht und nachgefragt.

Im Nachgang der bundesweiten Aktion „Night of Lights“ war sie zu Besuch in der Drostei. Dort traf sie Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin der Einrichtung und Jens Bollwahn, Geschäftsführer der Kulturstiftung Landdrostei, zum Info-Gespräch. „Erfreulich ist, dass die Drostei einigermaßen gut mit den Corona-Einschränkungen umgehen kann, was auch daran liegt, dass der Kulturbetrieb öffentlich gefördert wird“, so Raudies. Aber es gibt noch einen anderen Grund: Wie Fricke und Bollwahn berichteten, hatte sich die Einrichtung schon früher um das Thema Digitalisierung gekümmert und sich entsprechend aufgestellt. „So können virtuelle Rundgänge und andere Inhalte gezeigt werden. Außerdem werden social media Kanäle bedient und gepflegt“, berichtet Raudies.

Positiv wirkte sich außerdem aus, dass die Drostei „Kulturknotenpunkt“ ist. Raudies: „Das Kulturkonzept des Landes Schleswig-Holstein, die „Kulturperspektiven Schleswig-Holstein“, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kerne kultureller Infrastruktur insbesondere im ländlichen Raum zu erhalten und abzusichern. Schleswig-Holstein verfügt über sieben Kulturknotenpunkte, und die Drostei ist darunter.

So konnten unter anderem KünstlerInnen vernetzt und beraten werden. „Wie mir berichtet wurde, werden die Angebote sehr gut nachgefragt. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass die Drostei als Kreis Pinneberger Kulturknotenpunkt erhalten bleibt.“

Die Zukunft bereitet den Drostei-Akteuren ein wenig Sorge. „Aufgrund der Corona-Vorgaben zu Kulturveranstaltungen ist es für KünstlerInnen aber auch für Kultureinrichtungen schwierig“, so Raudies. So können KünstlerInnen in der Drostei nicht zu Vernissagen einladen. Auch Konzerte mit personenstarken Orchestern und viel Publikum sind aufgrund der Kontaktbeschränkungen vorerst nicht möglich.

„Nichtsdestotrotz freut es mich, dass die aktuellen Ausstellungen besucht werden und die Menschen hier in der Region nicht auf ein wohnortnahes, kulturelles Angebot verzichten müssen. Das ist dem tollen Engagement von Stiftung, Drostei-Mitarbeitern und Kreisverwaltung zu verdanken. Auch das ist für mich systemrelevant, und dafür setze ich mich gerne ein“, betont die Elmshorner Abgeordnete.