Der 8. Mai muss endlich Gedenktag werden – auch in Schleswig-Holstein!

Das Ende der NS-Gewaltherrschaft begann in Elmshorn früher - auch daran lohnt es zu erinnern!

In wenigen Tagen jährt sich zum 75. Mal einer der wichtigsten Tage der deutschen Geschichte.

Der 8. Mai 1945 war der Tag des Kriegsendes in Europa.

Es war ein Tag der Befreiung.

Wir gedenken der sechs Millionen Juden, die in deutschen Konzentrationslagern getötet wurden. Darunter auch jüdische Mitbürger aus Elmshorn, die im Zuge der so genannten Reichsprogromnacht am 10. November 1938 in das KZ Sachsenhausen verschleppt wurden. Und jene Elmshorner Männer, Frauen und Kinder jüdischen Glaubens, die in den folgenden Jahren nach Riga und Theresienstadt deportiert wurden.
Wer aufmerksam durch die Stadt geht, wird durch die vielen Stolpersteine auf Elmshorner MitbürgerInnen aufmerksam gemacht, die vom faschistischem Regime verfolgt, aus ihren Wohnungen gezerrt, ins KZ gebracht und getötet wurden.

Schon kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wurden die ersten Sozialdemokraten eingesperrt, gefoltert und ermordet – auch in Elmshorn.

Deshalb sind für mich der Widerstand und das Engagement der Genossinnen und Genossen für die Befreiung Elmshorns eine Heldengeschichte, die es wert ist, immer wieder erzählt zu werden.

Es ist eine Geschichte von Menschen, die nicht arg- und wehrlos bleiben konnten und wollten nach dem Brand der Synagoge am Flamweg, nach der Deportation der jüdischen Nachbarn, der politischen Verfolgung und dem Rechtsentzug – der unaufhörlichen Schändung der menschlichen Würde.

Ende April 1945 trafen sich die Sozialdemokraten Heinrich Hauschildt, Erich Arp, Arthur Geißler, Gustav Werner und Otto Wottrich mit dem KPD-Funktionär Peter Hasenberg in der Butterschmelze am Bauerweg. Mit dabei waren auch Friedrich Weinhold von der SADP und Helmut Poessel von der KPD.

Arp und den anderen Widerständlern muss klar gewesen sein, dass sie diese Bemühungen ihr Leben kosten konnten. Eile und höchste Vorsicht waren also geboten. Nachdem Hamburg am 2. Mai 1945 von den Alliierten besetzt worden war, rief die Wehrmacht eine neue Verteidigungslinie im Bereich Elmshorn-Barmstedt-Alveslohe aus. Schützengräben wurden ausgehoben. Das war das Signal für die Antifaschisten. Am 3. Mai wurden Flugblätter verteilt, auf denen die Bevölkerung zum Hissen weißer Fahnen aufgerufen wurde.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Bereits am 4. Mai wehten am Elmshorner Gewerkschaftshaus wieder die Gewerkschafts- und die SPD-Fahnen.
Am 6. Mai erhielt der noch von den Nazis eingesetzte Bürgermeister Küster Stadtverbot, und der Gewerkschaftsausschuss setzte Heinrich Hauschildt als Bürgermeister und Arthur Geißler als Ersten Beigeordneten und Polizeichef ein.

Die Selbstbefreiung Elmshorns bleibt ein für Deutschland fast einmaliges Beispiel von Freiheitswillen, Mut, Selbstbewusstsein und Bereitschaft zur Verantwortung, an das wir, die wir heute in gefahrlosen und gefestigten Zeiten leben dürfen, immer wieder erinnern müssen.

Darum unterstütze ich die Petition der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein e.V., den 8. Mai zum Gedenktag zu machen.

Hier geht es zur Petition:
https://www.change.org/p/schleswig-holsteinischer-landtag-der-8-mai-muss-endlich-gedenktag-werden-auch-in-schleswig-holstein