Besuch in der Wildtierstation

Ich habe mit meinem Abgeordnetenkollegen Stefan Weber, der bei uns in der Fraktion für Tierschutz zuständig ist, die Wildtierstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop besucht.

Uns interessiert, wie die Station mit dem komplizierten Antragsverfahren für die Fördermittel vom Land umgeht. 450 000 Euro für Investitionen standen den Tierhilfsorganisationen in 2019 zur Verfügung. Abgerufen wurden aber nur etwa 7500 Euro.
Bei der Station angekommen, gibt es erstmal Kaffee und Kekse mit Katharina und Christian Erdmann. Die beiden betreiben die Station. Katharina Erdmann ist außerdem ehrenamtliche Tierschutzbeauftragte des Landes. Rund 2000 verletzte, hilflose oder falsch gehaltene Tiere sind im vergangenen Jahr in der Wildtierstation betreut worden – so viele wie nie zuvor, erzählen uns die beiden. Deshalb haben sie eine neue Voliere beim Land beantragt. Das ist seit 2018 möglich. „Dafür benötigen wir von der Gemeinde Klein Offenseth-Sparrieshoop einen Ablehnungsbescheid“, sagt Christian Erdmann. Denn das Land kann einen entsprechenden Antrag nur weiter prüfen, wenn ein ablehnender Bescheid der zuständigen Gemeinde für das zu fördernde Projekt vorliegt. Das hat 2018 noch nicht so gut geklappt, aber die beiden Tierschützer haben sich davon nicht entmutigen lassen, und haben 2019 einen neuen Antrag gestellt. Diesmal mit Erfolg. Weiterhin bemühen sie sich um Spenden aus der Bingo! Umweltlotterie, was gut klappt. Unterstützt wird die Station außerdem von der Stiftung „Vier Pfoten“. 180 000 Euro jährlich beträgt der Finanzbedarf der Station. Da immer mehr Tiere abgegeben werden, steigt der Bedarf.
Schwierig ist auch das Thema Animal Hoarding. Denn nicht nur Hunde und Katzen werden von einigen Menschen in Massen gehalten, sondern auch Geflügel, Schafe und Kaninchen. Diese Tiere haben einen hohen Betreuungsbedarf. „Das Antragsverfahren des Landes macht Mühe, und man darf nicht aufgeben. Ich sitze lange Zeit am Rechner, weil das Verfahren sehr aufwendig ist. Das schreckt sicherlich viele kleine Organisationen ab“, sagt Katharina Erdmann. Sie regt an, dass auch Geld für den laufenden Betrieb bereitgestellt werden müsste, um Vollzeitpersonal und Azubis einstellen zu können. Außerdem wünschen sich die Tierschützer personelle Unterstützung fürs Tierschutzreferat im Umweltministerium und einheitliche Kriterien für Wildtierstationen, was beispielsweise die Sachkundenachweise angeht. Wir sagen unsere Unterstützung zu.
Weiterhin stellen Katharina und Christian Erdmann die Umweltbildungsprojekte der Station vor. Die seien bei Kindergärten und Schulen sehr beliebt und werden gut nachgefragt. Um mehr naturpädagogische Angebote machen zu können, wird die Station entsprechend umgebaut. Wir sind beeindruckt. Dann nehmen die beiden uns mit auf einen Rundgang über das 2,6 Hektar große Gelände. Dort wurden viele Gehege und Volieren für die Tiere gebaut. Es gibt einen Bereich für Enten und Gänse mit einem Teich, ein Waschbärengehege und vieles mehr. Alles sehr gepflegt und mit sehr viel Herzblut angelegt. Viel Arbeit für die engagierten Tierschützer. Und deshalb sind wir uns einig, dass diese wichtige Arbeit angemessen unterstützt werden muss. Zum Schluss haben wir noch ein Pressegespräch und berichten über unsere Eindrücke.
Ich bin sehr beeindruckt und komme gerne wieder.