„Henri-Goldstein-Haus“: Landesregierung legt sich immer noch nicht fest

In Sachen Gedenkstätte Himmelmoor „Henri-Goldstein-Haus“ wird immer noch verhandelt zwischen den Landesforsten und der Stadt Quickborn.

„Ich hätte ich mir mehr Engagement gewünscht“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies.
Die Elmshorner Politikerin hatte sich nach einem Termin im ehemaligen NS-Kriegs- und Strafgefangenenlager im Quickborner Himmelmoor im Rahmen einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung nach dem Sachstand erkundigt. „Der Vorgang befindet sich leider immer noch im Verhandlungsstadium.“ So heißt es in der Antwort: „Pläne der Stadt Quickborn und des Fördervereins Henri-Goldstein-Haus e.V., das Gebäude in der Himmelmoorstraße in Quickborn in eine Gedenkstätte umzuwandeln, sind der Landesregierung bekannt. Die Landesregierung beurteilt dieses Vorhaben positiv und ist an einer für alle Seiten tragbaren Lösung interessiert.“ Außerdem lasse man sich regelmäßig über den aktuellen Stand der Dinge informieren.
Auf die Frage, ob die Landesregierung gegebenenfalls bereit sei, die Stadt Quickborn beim Ankauf des Areals finanziell zu unterstützen, gab es ebenfalls eine zurückhaltende Reaktion. So habe die Landesregierung angeregt, zu prüfen, ob alternativ zum Erwerb eine Erbbaurechtsvereinbarung geschlossen werden könne.
Weiterhin werde geprüft, ob  im Falle einer Eigentumsübernahme finanzielle Unterstützung, etwa bei der Schaffung einer angemessenen Ausstattung, der Zufahrt oder der sanitären Anlagen möglich sei. Zuständig sei hier das Kulturministerium. Grundlage sei die Klärung der künftigen Trägerschaft sowie ein Betreiberkonzept mit konkreten Umsetzungsschritten. Zusätzlich seien Fragen des Denkmalschutzes zu klären.“
Raudies: „Ich gebe zu bedenken, dass es sich bei den Gebäuden um die einzigen noch bestehenden Zeitdokumente an die NS-Schreckensherrschaft in Schleswig-Holstein handelt. Mit einer schnellen Entscheidung zur Schaffung einer Gedenkstätte kann und muss die Landesregierung sichtbare und vor Ort spürbare Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Die Schaffung und Abarbeitung bürokratischer Vorgaben hemmt und schadet diesem notwendigen Zweck.“