Die Förderung von Tierschutz darf nicht an Bürokratie scheitern

Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies war kürzlich zu Besuch im Elmshorner Tierheim.

Mit dabei war Marcello Hagedorn von der Elmshorner SPD-Stadtfraktion. Die Landtagsabgeordnete wollte sich nach dem Sanierungsbedarf der Einrichtung erkundigen, denn gemäß neuer Tierheimförderrichtlinie des Umweltministeriums in Kiel stehen für den laufenden Betrieb von Tierheimen und tierheimähnlichen Einrichtungen 100 000 Euro zur Verfügung. Für Investitionen stehen dieses Jahr 250 000 Euro bereit. Diese Förderung soll es auch 2019 geben. Hört sich erst einmal gut an.
Doch wie Raudies von Brigitte Maeder, der Leiterin des Elmshorner Tierheims, erfahren musste, steckt der Teufel im Detail. Sie weist auf Punkt 5.4 der Richtlinie hin. „Darin heißt es: Mittel Dritter, insbesondere der Kommunen, sind vorrangig in Anspruch zu nehmen. Diese Mittel sind immer zu beantragen bevor ein Antrag beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein gestellt wird. Bei Nichtbeantragung erfolgt eine fiktive Anrechnung.“ Maeder: „Das bedeutet für uns, dass, wenn wir beispielsweise Zuschüsse aus dem Landesförderprogramm für einen neuen Rasenmäher beantragen wollen, wir vorher Anträge an 19 Ordnungsämter im Kreis Pinneberg stellen müssen. Die sind nämlich für uns vorrangig zuständig.“
Daher bemühen sich Maeder und ihre Mitarbeiter lieber um Geld von Stiftungen, um dem großen bürokratischen Aufwand zu vermeiden.
„Das kann ich nachvollziehen. Die jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen für die Tierheime im Land sind offenbar nicht berücksichtigt worden. Diese Richtlinie muss daher nachgebessert werden, damit auch wirklich alle Tierheime in Schleswig-Holstein leicht und unbürokratisch an die Finanzen kommen. Die Förderung von Tierschutz darf nicht an Bürokratie scheitern“, betont Beate Raudies.