Bundeseinheitliche Förderung von Frauenhäusern: Ja, aber nach Schleswig-Holsteiner Modell!

Bei einem Besuch des Frauenhauses Elmshorn haben sich die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies und Serpil Midyatli gemeinsam mit Katerina Nassis-Klaus aus der Elmshorner SPD-Stadtfraktion kürzlich über die Arbeit und die Situation der Frauen informiert.

v.l. Maj-Britt Gernandt (Mitarbeiterin Frauenhaus Elmshorn), MdL Beate Raudies, Katerina Nassis-Klaus, MdL Serpil Midyatli, Silke Thies und Francine Toulcanon (Mitarbeiterinnen Frauenhaus Elmshorn)

„Dabei waren wir uns mit den Mitarbeiterinnen vor Ort einig, dass es positiv ist, die Förderung bundeseinheitlich zu regeln“, so Raudies. Aber: „Es sollte keine Einzelfallförderung geben. Denn es kann nicht sein, dass Frauen mit Gewalterfahrungen oder in anderen Notsituationen abgewiesen werden müssen, weil sie den Aufenthalt und die Betreuung im Frauenhaus nicht bezahlen können.“

Dieses Problem wurde in Schleswig-Holstein schon vor vielen Jahren erkannt und abgeschafft. „Ein wichtiges Kriterium damals war, dass eine Einzelfallprüfung einen hohen bürokratischen Aufwand nach sich zog und deshalb als nicht sachgemäß angesehen wurde – ganz abgesehen von humanen Aspekten. Es kann nicht sein, dass eine traumatisierte Frau mit ihren Kindern vor verschlossener Tür steht, weil sie nicht genug Geld hat“, betonen die Sozialdemokratinnen.

Zur Diskussion standen auch notwendige Sanierungspläne für das Haus. Katerina Nassis Klaus wies in diesem Zusammenhang auf die zur Verfügung stehenden Finanzen aus dem IMPULS-Programm hin. „Dazu ist es aber notwendig, dass die Stadt dieses Geld auch abfordert, damit es nicht verfällt.“ Die Elmshorner SPD-Fraktion fordert bereits seit längerem mehr Engagement von Seiten der Stadtverwaltung. Auch in der nächsten Sitzung des Gleichstellungsausschusses soll das Thema wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden.